Wie Sie Ihre Wohnung kindersicher machen

Letztes Update: 04.12.20

 

Wenn man Kleinkinder oder Babys im Haus hat, sieht man die Welt aus anderen Augen. Was für Erwachsene selbstverständlich ist, ist für Kinder neu und natürlich auch interessant. Obwohl es natürlich gut und sinnvoll ist, dass die Kleinen die Welt entdecken, kann dies insbesondere bei gefährlichen Gegenständen oder Kleinteilen zu einem echten Problem werden. Dass man scharfe und spitze Gegenstände beseitigen sowie Fenster geschlossen halten und Steckdosen sichern sollte, ist für die meisten Menschen sicherlich selbstverständlich. Darüber hinaus gibt es aber auch weitere Gefahrenquellen in den unterschiedlichen Räumen, an die Sie denken sollten.

Im Folgenden haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie die Wohnung baby- und kindersicher machen und sie ideal auf den neuen Bewohner bzw. die neue Bewohnerin vorbereiten können.

 

Die Wohnung für Kleinkinder und Babys sicher machen

Wenn Sie alles bestmöglich sichern wollen, sollten Sie auch Kleinigkeiten nicht vergessen, die für Erwachsene nicht gefährlich sind. Dies können beispielsweise Phthalate (Weichmacher) an Stromkabeln, kleine Dekoelemente oder gefährliche Stufen sein. Dabei sollten Sie bedenken, dass es bei Kleinkindern und Babys unterschiedliche Anforderungen an die Sicherheit der Wohnung gibt.

 

Wohnung für Kleinkinder sicher machen

Kleinkinder sind deutlich aktiver als Babys, denn sie können selbst laufen und ihren Forscher- und Entdeckergeist voll ausleben. Gleichzeitig beginnt im Kleinkindalter auch die orale Phase, so dass Kleinteile sowie bestimmte Spielzeuge von größeren Geschwistern (z.B. Murmeln oder Lego-Teile) besonders gut verstaut werden müssen. Bis zum achten Monat hat die orale Phase in der Regel Hochkonjunktur. Dies ist auch gut so, denn über den Kontakt mit den Schleimhäuten und dem Mund werden die Abwehrkräfte gestärkt. Es geht also nicht darum, das probieren und in den Mund stecken zu verbieten, sondern darauf zu achten, dass keine Gefahr entsteht.

Wenn das Kind krabbeln kann, drohen allerdings neue Gefahren. Es kann sich gezielt auf Dinge zubewegen und es kann sich an Objekten hochziehen. Dadurch steigt das Gefahrenpotential. Ein Sturz aus dem Stand kann bei scharfen Kanten oder bei ungesicherten Treppen durchaus zur Gefahr werden. In diesem Alter sind daher besonders Dinge wie ein Kantenschutz an Möbeln, ein Kippschutz an Schränken oder auch ein Schutzgitter an Treppen oder bestimmten Durchgängen wichtig. Bevor Sie sich für ein Modell zum Schutz von Treppen oder Durchgängen entscheiden, kann ein Treppenschutzgitter Test im Internet hilfreich sein, denn manche Varianten sind für etwas ältere Kinder nicht sicher genug, da sie sich lösen können, wenn das Kind stark an ihm rüttelt. Dies sollte natürlich nicht passieren.

 

Wohnung für Babys sicher machen

Babys können sich zwar noch nicht selbst so frei bewegen, wie Kleinkinder, dennoch sollten die Umgebungen, in denen sich das Baby aufhält, stets gut gesichert und geschützt sein. Insbesondere auch größere Lärmbelastungen oder Zigarettenrauch sind im Babyalter absolutes Tabu – auch später ist es natürlich ratsam, in der Wohnung auf keinen Fall zu rauchen. Für Babys können auch Schimmel, Hausstaub oder Milbenbefall in Stofftieren oder Decken zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine häufige Reinigung ist daher unverzichtbar.

Außerdem sollten Sie den Standort der Wiege sorgfältig auswählen, damit das Baby beispielsweise keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird. Natürlich sollte das Kind nicht herunterfallen können, wenn es seine ersten Drehungen durchführt.

Die Sicherheitsvorkehrungen können sich in den ersten Lebensmonaten aber überwiegend auf die Bereiche begrenzen, in denen das Kind abgelegt wird. Hier haben verschluckbare und gefährliche Gegenstände nichts zu suchen. Auch mit Decken und Tüten im unmittelbaren Umfeld sollte man sehr vorsichtig sein. Sobald das Baby selbst greifen kann, ist es ratsam, mit einem Spucktuch zu üben, wie es sich ein Tuch selbst vom Gesicht wegziehen kann. Dies erhöht die Sicherheit zusätzlich.

 

Allgemeine Tipps, wie die Wohnung sicherer wird

Es gibt unzählige Dinge, die man in der Wohnung sichern sollte, damit sich die Kleinsten nicht verletzen oder unnötigen Gefahren ausgesetzt sind. Zu den grundlegenden Dingen gehören dabei das Beseitigen von allgemeinen Gefahrenquellen sowie das Wegstellen von Dingen, die dem Kind potentiell gefährlich werden könnten.

Unnötige Dinge außer Reichweite bringen oder sichern

Je nach Alter und Reichweite des Kindes sollte die Umgebung gestaltet und angepasst werden, in der es sich frei bewegen kann. Prüfen Sie genau, wie weit das Kind mit den Armen greifen kann und bedenken Sie dabei auch, dass es schnell mal hinter einen Schrank oder ein eine Ecke greifen kann, die man als Erwachsener überhaupt nicht erreichen kann.

Sobald sich das Kind aufrecht stellen kann, rücken neue Dinge wie Regale, Kommoden oder Couchtische in Reichweite. Idealerweise hält man solche erreichbaren Bereiche daher frei von Gegenständen, die nicht in Kinderhände gehören. Kindgerechte Dinge, die es zu entdecken und zu erforschen gibt, können aber ruhig in seinem Bereich herumliegen.

 

Gefahrenquellen beseitigen

Gefahrenquellen finden sich überall im Haus. Dies beginnt bei interessanten Schubkästen, die man mit einer Schubkastensicherung kindersicher machen kann und geht über Steckdosensicherungen und Fenstersicherungen bis hin zu Schutzgittern für Treppen und Durchgänge. Darüber hinaus kann es auch empfehlenswert sein, kleine Teppiche auf glatten Böden auszulegen, damit das Erkunden nicht zur Rutschpartie wird. Auch Stolperfallen wie Kabel oder hohe Teppiche sollten möglichst nicht vorhanden sein, wenn das Kind seine ersten Gehversuche unternimmt.

Natürlich sollen Medikamente, Reinigungsmittel und sonstige Flüssigkeiten stets so aufbewahrt werden, dass Kinder keine Chance haben, sie zu erreichen. Ideal ist ein Hängeschrank oder ein Schrank, der per Schloss gesichert werden kann. Darüber hinaus sollten Sie niemals potentiell gefährliche Flüssigkeiten in einem unscheinbaren Gefäß wie beispielsweise einer Trinkflasche aufbewahren. Dies kann selbst für Erwachsene gefährlich werden.

 

Weitere allgemeine Sicherheitstipps

Neben allgemeinen Richtlinien wie dem Aufbewahren von gefährlichen Gegenständen oder Reinigungsmitteln außer Reichweite der Kinder, kann man auch gut vorbeugen, indem man so wenig wie möglich gefährliche Reinigungsmittel oder andere Dinge im Haus hat. Statt aggressiven Reinigern kann man beispielsweise Naturprodukte verwenden.

Darüber hinaus empfehlen wir, generell für die gesamte Wohnung folgende Hinweise zu beachten:

* Platzieren Sie ausreichend viele Rauchmelder in der gesamten Wohnung

* Nutzen Sie Textilien und Teppiche, die ohne Schadstoffe auskommen

* Halten Sie stets Erste-Hilfe-Kasten und Notrufnummern bereit

 

Sicherheit in jedem Raum

Neben den allgemeinen Hinweisen, die für jeden Raum und jeden Bereich der Wohnung gelten, gibt es noch weitere Gefahrenquellen in den einzelnen Räumen, die man beachten sollte. Dich wichtigsten haben wir im Folgenden für Sie kurz zusammengefasst.

 

Kinderzimmer kindersicher machen

Wenn Sie das erste Kinderzimmer einrichten, sollte dies nicht nur geschmacklich Ihren Vorstellungen entsprechen, sondern Sie sollten auch von Anfang an größten Wert auf Sicherheit legen. Kuscheltiere, viele Decken und Kissen gehören weder bei Babys noch Kleinkindern ins Kinderbett, denn es besteht Erstickungsgefahr. Auch sollten scharfe Ecken und Kanten an Wickeltisch, Kleiderschrank und Babybett mit einem Kantenschutz gesichert werden. Achten Sie zudem auf Schadstofffreiheit und CE-Zeichen bei den Möbeln, denn dann sind sie von Haus aus kindgerecht.

Spielzeug und elektrische Geräte, die Sie für das Kinderzimmer anschaffen, sollten ebenfalls gut gesichert sein und nach den Empfehlungen der Hersteller platziert werden. Achten Sie dabei insbesondere auf Mindestabstände und Kabel. Vorsicht ist auch bei einem Heizstrahler geboten, denn er sollte immer ausreichenden Abstand zu brennbaren Materialien haben, falls Sie doch einmal vergessen, ihn auszuschalten. Lange Lichterketten oder Betthimmel sind ebenfalls zu vermeiden, denn hier besteht immer die Gefahr, dass sich das Kind Kabel oder Stoffe um den Hals wickelt. Sorgen Sie zudem dafür, dass Sie Milben vorbeugen, die sich in Textilien festsetzen können, indem Sie alles Waschbare regelmäßig in der Waschmaschine reinigen.

 

Küche kindersicher machen

In der Küche ist es ebenfalls empfehlenswert, dem Kind eine eigene Schublade zu schaffen, die es nach Belieben öffnen, schließen und Dinge verstauen kann. Dies lenkt die Aufmerksamkeit von den anderen Schubladen weg und kann dazu beitragen, das Gefahrenpotential zu reduzieren.

Natürlich sollten Sie stets darauf achten, dass die heiße Herdplatte und der Backofen unerreichbar bleiben und gefährliche Dinge wie Messer, Scheren und so weiter außer Reichweite aufbewahrt werden. Kindersicherungen für Herd und Schubkästen sind empfehlenswert und auch Küchengeräte sowie deren Kabel sollten stets unerreichbar für die Kleinen bleiben. Sollten Sie die Reinigungsmittel unter der Spüle im Spülschrank aufbewahren, muss der Schrank entweder verschließbar sein oder Sie sollten einen anderen Aufbewahrungsort wählen.

Wohnzimmer kindersicher machen

Im Wohnzimmer lauern häufig eine ganze Reihe von Gefahrenquellen, denn diesen Raum teilen sich Erwachsene und Kinder. Große technische Geräte, Accessoires, Konsolen & Co. sollten gut geschützt werden. Achten Sie auch auf eine hohe Kippsicherheit bei Fernseher, Boxen und anderen Geräten. Im Zweifel sollten Sie gefährliche Bereiche mit Schutzgittern abtrennen. Hierzu gehört beispielsweise auch ein eventuell vorhandener Kamin. Auch hohe Pflanzen sollten Sie gut vor dem Kippen sichern.

Gebrauchsgegenstände im Wohnzimmer (z.B. Tassen, Teller, kleinere Elektrogeräte und so weiter) sollten stets außer Reichweite stehen bzw. sofort weggeräumt werden, nachdem sie benutzt wurden. Ecken- und Kantenschutz an Tischen und Möbeln sorgen auch im Wohnzimmer für zusätzliche Sicherheit. Am Esstisch gehört ein guter und kippsicherer Hochstuhl zum festen Mobiliar.

Empfehlenswert ist es zudem, eine Spielecke im Wohnzimmer einzurichten, denn dadurch kann die Neugier der Kleinen gezielt befriedigt und die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

 

Badezimmer kindersicher machen

Auch im Badezimmer werden üblicherweise Reinigungsmittel, WC-Tabs oder Flüssigkeiten aufbewahrt. Diese sollten auf jeden Fall an einem sicheren Ort gelagert werden, der unerreichbar für die Kleinen ist. Gleiches gilt auch für Kosmetika und Körperpflegeprodukte wie Haarspray & Co.

Kindersicherungen für Schubläden sind empfehlenswert und natürlich müssen ungenutzte Geräte wie Fön oder Rasierer stets verstaut werden. Auch Glätteisen sollten immer ausgesteckt sein. Selbst die Kabel können gefährlich werden. Verstauen Sie daher Geräte stets und lassen Sie sie nicht herumliegen. Im Bad ist auch ein Steckdosenschutz sehr wichtig, denn durch die Feuchtigkeit steigt das Gefahrenpotential zusätzlich.

Für Badewanne und Dusche empfiehlt sich eine rutschfeste Matte, denn dies macht den Kleinen das Leben deutlich leichter und kann Verletzungen durch Ausrutschen vorbeugen. Wenn die Armaturen in der Wanne im Weg sind, sollten Sie über einen Armaturenschutz nachdenken, der einfach übergestülpt werden kann. Dies kann zudem dafür sorgen, dass die Kleinen nicht versehentlich zu heißes Wasser aufdrehen.

 

Balkon kindersicher machen

Natürlich sollten die Zwischenräume zwischen den Stangen, Brettern oder Gitterstäben ausreichend eng aneinanderliegen, so dass der Kopf des Babys nicht hindurch passt. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie unbedingt Gegenmaßnahmen ergreifen. Natürlich sollten auch keine Stühle, Kisten, große Blumentöpfe oder Tische so auf dem Balkon stehen, dass das Kind auf sie klettern und von dort aus das Geländer erreichen kann. Unbeobachtet sollte man ein Kind trotz Sicherheitsvorkehrungen auf dem Balkon nie lassen. Bedenken Sie auch, dass ein Sichtschutz am Gitter dazu führen kann, dass die Neugierde steigt, drüber schauen zu wollen.

 

Garten kindersicher machen

Wenn Sie einen Garten haben, sollte auch dieser kindersicher gestaltet werden. Besondere Vorsicht ist bei Pool oder Gartenteich gegeben. Vermeiden Sie lose Abdeckplanen auf dem Pool, denn diese können zu einer großen Gefahr werden. Für den Gartenteich gibt es Gitter, die kurz unterhalb der Wasseroberfläche montiert werden können. Gegebenenfalls ist ein kindersicherer Zaun die beste Option.

Darüber hinaus sollten Sie natürlich dafür sorgen, dass scharfe Gartengeräte und Werkzeuge nicht erreicht werden können und sicher verschlossen aufbewahrt werden. Auch im Garten sollten Sie auf Treppen und Türen achten, gegebenenfalls einen Kantenschutz installieren und zudem Essen und Getränke stets abdecken, um einem Wespenstich im Hals vorzubeugen. Prüfen Sie unbedingt auch, ob Sie giftige Pflanzen im Garten haben! Hier helfen Broschüren und Infoblätter aus dem Internet.

 

 

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